von der Idee zum Erfolgsmodell – gelebte Mundartkultur in Rheinhessen
Wie so vieles im Leben, entstand dieses Projekt durch einen Zufall und Fantasie. Die Urzelle war der rheinhessische Mundartwettbewerb in Alzey, ausgerichtet vom Arbeitskreis Kultur der dortigen CDU, über viele Jahre ein Treffpunkt der Mundartkünstler aus ganz Rheinhessen. Durch verschiedene Umstände kam aber diese Veranstaltung vor Jahren nicht mehr zustande. Immerhin lernten sich dort die Mehrfachpreisträger Maritta Reinhardt, Uwe Jung und Horst Dehmel kennen. Das sollte nicht ohne Folgen bleiben.
Nach der quälenden Coronapause konnte dann endlich die schon länger entwickelte Idee von Uwe Jung umgesetzt werden, denn zusammen mit dem Mundart-Duo AJOH (Jörg und Horst Dehmel) sollten zwei Veranstaltungen Lesung & Musik im Dialekt dargeboten werden. Einmal in Rommersheim und einmal in Guntersblum, so war der Plan. Gesagt, getan – zweimal volles Haus! Aus dem Versuch wurde dann eine Serie, bisher 12 Auftritte und ungebrochener Zuspruch !
Doch der Kreis sollte größer werden, ein Netzwerk der Mundartkünstler war das Ziel, auch um künftiges kulturelles Schaffen jeweils zu unterstützen. Die kontaktierten Kulturschaffenden folgten gerne der Einladung eines ersten Treffens, dem sich bereits ein zweites anschloss. Hier wurde und wird auch der Wunsch weiter betrieben, den Mundartwettbewerb wieder neu aufzulegen. Der Kreis wurde schließlich immer größer.
Um gemeinsam den heimischen Dialekt wieder sicht- bzw. hörbarer zu machen, wurde schließlich die Idee geboren, eine Veranstaltungsreihe zu organisieren, der Name war Programm: Rheinhessisches Mundartfestival 2026. Jeweils ein Mix aus Lesung und Musik bei den Einzelveranstaltungen.
Zunächst wurden Gastgeber mit entsprechenden Räumlichkeiten für Auftritte gesucht, die auch bald gefunden waren. Das Netzwerk rheinhessenKULTur unterstütze das Vorhaben nachhaltig und half das Ganze erfolgreich voranzutreiben. Hier ist Dr. Michael Kübert besonders zu nennen, der sich vorbildlich engagierte.
In der Gutsschänke Berkes in Weinolsheim war dann am 16. Oktober 2025 ein Mundartabend mit dem Titel ‚Woi & Worte‘ angekündigt, wo einige der Künstlerinnen und Künstler zusammenkamen, um zunächst in einer Besprechung über die künftigen Ziele zu beraten. Danach war geplant spontan ein paar Gedichte oder Geschichten vorzulesen und das ein oder andere Liedchen zu spielen. Ganz zwanglos, ohne Programm, nach dem Vorbild in irischen Pubs. Das Ganze war für Jedermann ohne Eintritt zu besuchen, zum Schoppen einfach etwas Kultur. Aus den zunächst angekündigten rund 35 Besuchern waren am Ende fast doppelt so viele eingetroffen – kurz, die Hütte war voll! Ohne Verstärker (man hatte mit viel Zuspruch schlicht nicht gerechnet) wurden Gedichte, Texte und Lieder vorgetragen, jubelnder Beifall und reichlich Zugaben versetzten die Akteurinnen und Akteure in freudiges Staunen.
Wenn das mal kein gutes Vorzeichen war…
Die offizielle Auftaktveranstaltung am 21.02.2026 in Ober-Olm übertraf schon alle Erwartungen. Das „Zugpferd“ Volker Galle füllte den Raum vollends, die Veranstalter vom Team der Gemeindebücherei holten eiligst überall Stühle im Haus zusammen. Aus ursprünglich 45 erwarteten Gästen waren es letztlich nahezu 70!
Die Dorfführung in Gau-Weinheim, tags darauf, musste leider ausfallen.
Am 26.02. im Weingut Ullmer in Rommersheim waren Uwe Jung und AJOH zugange, die Veranstaltung war bereits im Vorfeld ausgebucht und wieder ein voller Erfolg.
Am 07.03. war in Alsheim beim Veranstalter „Zum alten Kelterhaus“ ebenfalls früh ausgebucht, der Raum proppenvoll und die Stimmung super. Maritta Reinhardt und Jens Teschner begeisterten das Publikum!
In Partenheim waren im Troissy-Saal am 13.03. Hannelore Wingert und Dr. Michael Werner aktiv, im vollbesetzten Raum zeigte sich das Publikum begeistert von den Darbietungen. Das Kulturforum Partenheim war hier der Veranstalter.
Am 14.03. gab es gleich zwei Ortsführungen in Mundart. Einmal in Weinolsheim, die Silke Fruth durchführte, die andere war in Wörrstadt, wo Uwe Jung und Wolfgang Petry zugange waren. Alle drei sind versierte Kultur- und Weinbotschafter. Durch ein Versehen erfolgten beide am selben Tag aber…beide ausgebucht, bzw. bestens besucht!
In Zornheim fand dann am 22.03. in Herberts Kulturscheune die fünfte Abendveranstaltung statt, diesmal mit Fritz Stock und Freunden. Nun schon fast wie üblich: Volles Haus!
Den Abschluss gab es dann am 27.03. in der Neubornhalle in Wörrstadt, wo der Kulturkreis Wörrstadt e.V. den „bunten Mundartabend“ ausrichtete. Gedichte, Geschichten und Musik boten die Akteure an, rund 200 Gäste, in der lange bereits ausgebuchten Halle, honorierten das Ganze mit kräftigem Applaus. Erst nach entsprechenden Zugaben endete die Veranstaltung nach mehr als 2 Stunden Programm.
Selbst in den kühnsten Träumen hätten sich die Mitwirkenden des Festivals diesen Zuspruch und den Erfolg nicht vorstellen können. Daher ist man sich einig darin, auf dieser Welle weiter zu schwimmen und Nachfolgeangebote zu präsentieren. Jede und Jeder für sich oder in Kombination, die Mundartgruppe ist noch näher zusammengerückt und hat Raum geschaffen für künftige Planungen. Auch ein Festival 2.0 darf ruhig angedacht werden, die Wiederbelebung des Mundartwettbewerbs bleibt auf jeden Fall auf der Agenda.
Wer Interesse an der Thematik rheinhessische Mundart hat, der kann sich für den Newsletter anmelden. Das Stichwort „Anmeldung Newsletter“ in einer Mail an mundart-rheinhessen@web.de genügt.